Tollwut - ein Mitbringsel mit schlimmen Folgen

Veröffentlicht am: 17.09.2021

Bei einem illegal aus Südosteuropa mitgebrachten Hundewelpen wurde durch die zuständige Behörde des Landes Bremen amtlich die Tollwut festgestellt.
Aus Mitleid nahm eine Familie den Welpen aus ihrem dortigen Aufenthalt mit. Kurze Zeit später erkrankte das Tier und wurde in einer Tierklinik im Landkreis Verden behandelt und verstarb dort am Tag nach der Einlieferung. Nachdem die Umstände über den Welpen bekannt wurden (illegales Verbringen nach Deutschland), wurde durch das Veterinäramt des Landkreises Verden die Untersuchung auf Tollwut angeordnet, die dann den Nachweis erbrachte.

Diesen Vorfall nimmt das Veterinäramt des Landkreises zum Anlass über einige wichtige Dinge rund um das Thema Tollwut, Reisen mit Tieren und illegalem Welpen- und Hundehandel zu informieren.

Tollwut:
Tollwut ist eine tödlich verlaufende Virusinfektion bei Säugetieren als auch beim Menschen. Die Übertragung des Virus erfolgt in der Regel durch den Biss eines an Tollwut erkrankten Tieres, da sich im Speichel hohe Viruskonzentrationen befinden.
Tollwut kommt auf der ganzen Welt in unterschiedlicher Intensität vor. Deutschland gilt seit dem Jahr 2008 offiziell frei von Tollwut, sowohl im Heimtier- als auch im Wildtierbereich. Aktuelle Nachweise der Tollwut in Europa gibt es in Polen, Rumänien, Ukraine und Türkei

Die Symptome bei den erkrankten Tieren sind gerade in der Anfangsphase wenig typisch. Von der Aufnahme des Virus bis zu den ersten Krankheitserscheinungen vergehen in der Regel zwei bis zwölf Wochen. Eine Virusausscheidung findet aber schon vor den ersten Krankheitssymptomen statt.

Ganz besondere Vorsicht ist bei Fledermäusen angebracht. Fledermäuse sind deutlich häufiger mit Tollwutviren infiziert als andere Wildtiere. Deshalb gilt eine einzige Regel: Niemals eine Fledermaus anfassen, in der Regel ist dann ein Biss die Folge. Und plötzlich beginnt das Thema Tollwut beim Gebissenen in den Vordergrund zu rücken. Im Jahr 2021 wurde in Deutschland bisher bei fünf Fledermäusen das Tollwutvirus nachgewiesen, dreimal davon in Niedersachsen.

Reisen mit Heimtieren:
Um die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union vor dem Eintrag oder der Weiterverbreitung der Tollwut zu schützen, gibt es aus Tierseuchensicht verpflichtende rechtliche, in der gesamten Europäischen Union geltende Regelungen beim Reisen mit Heimtieren.

Die wichtigsten sind:
- Der (blaue) Heimtierausweis ist mitzuführen.
- Der Heimtierausweis und das Tier müssen eindeutig zusammengehören, d.h. die Nummer des
  Mikrochips des Tieres muss korrekt im Ausweis eingetragen sein.
- Die Angaben zum Tierbesitzer müssen ausgefüllt sein (Name, Adresse)
- Beim Verlassen Deutschlands muss das Tier über einen gültigen Tollwutimpfschutz verfügen. Dies
  geschieht durch einen tierärztlichen Eintrag über die durchgeführte Tollwutimpfung.

Bei der Tollwutimpfung ist folgendes zu beachten:
Die erste Impfung gegen Tollwut darf erst im Alter ab 12 Wochen verabreicht werden. Bis zum Eintritt eines Impfschutzes vergehen noch einmal drei Wochen.

Im Ergebnis heißt dies, dass Tiere beim Reisen ins Ausland mindestens 15 Wochen alt sein müssen (Ausweis, Mikrochip, gültige Tollwutimpfung).

Informationen zum Thema „Reisen mit Tieren“ findet man z. B. beim Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft unter https://www.bmel.de/DE/themen/tiere/haus-und-zootiere/heimtierausweis.html

Doch nicht nur das illegale Mitbringen eines Tieres aus dem Ausland birgt Gefahren für Mensch und Tier, sondern auch der Kauf von Welpen oder geretteten Hunden aus bestimmten Ländern von fragwürdigen Organisationen. Mal sind keine Impfausweise vorhanden oder diese sind gefälscht oder die Eintragungen in dem Impfausweis entsprechen nicht der Wahrheit. Dies ist keine Bagatelle – mit Tollwut ist nicht zu spaßen. Hier besteht eine ernst zu nehmende Gefahr, besonders für den Käufer eines Tieres aus fragwürdigen Umständen. Eine Infektion mit dem Tollwutvirus endet tödlich, bei Mensch und Tier.

In deutschen Tierheimen gibt es viele Tiere, die auf ein schönes Zuhause warten. Wer sich ein Tier anschaffen möchte und dabei sich für den Tierschutz engagieren will, sollte diese Möglichkeit nutzen. Tiere aus Tierheimen sind tierärztlich untersucht, haben die vorgeschriebenen Schutzimpfungen, Papiere und die vorgeschrieben eindeutige Kennzeichnung.