Corona-Cluster und Kontaktpersonennachverfolgung

Veröffentlicht am: 24.09.2020

Es gibt derzeit 36 aktive Corona-Fälle im Landkreis Rotenburg (Wümme), davon 26 im Zusammenhang mit dem Cluster im Umfeld der Christengemeinde e.V. Seit gestern sind ca. 160 neue Quarantänefälle hinzugekommen, die überwiegend auf dieses Cluster zurückzuführen sind, insgesamt liegt die Zahl landkreisweit bei ca. 320. Bis auf weiteres sind der Christengemeinde jegliche Zusammenkünfte untersagt.

Es sind derzeit drei Kitas betroffen, bei denen ein Bezug zum neuen Cluster hergestellt werden konnte: Kita Hassendorf, Kita Heeslingen und Kita Tarmstedt. Beim Fall in der Kita der Lebenshilfe in Rotenburg wurde kein Bezug zum neuen Cluster festgestellt.

Des Weiteren sind im Zusammenhang mit dem Cluster vier Schulen betroffen: BBS Kivinan Zeven, Grundschule Tarmstedt, KGS Tarmstedt und Grundschule Rhade. In der Ostetalschule KGS Sittensen wurde kein Bezug zum neuen Cluster festgestellt.

Die Mitschüler aus betroffenen Klassen stehen unter Quarantäne. Das Gesundheitsamt hat mit den betroffenen Personen Kontakt aufgenommen und führt weiter Abstrichuntersuchungen durch. Für alle Schüler der genannten Schulen, die nicht in einer betroffenen Klasse sind oder vom Gesundheitsamt anderweitig informiert wurden, gilt weiterhin die Schulpflicht.

Zum grundsätzlichen Ablauf der Kontaktpersonennachverfolgung:

Ein im Labor festgestellter Positiv-Befund wird direkt vom Labor an das zuständige Gesundheitsamt übermittelt. Die betroffenen Personen werden dann vom Gesundheitsamt kontaktiert und über den Befund sowie die daraus resultierende Quarantänemaßnahme in Kenntnis gesetzt. Neben der Frage nach dem Symptomverlauf und der Recherche der möglichen Infektionsquellen ermittelt das Gesundheitsamt im gleichen Zug auch die möglichen Kontaktpersonen. Dazu wird z.B. nach weiteren Haushaltsmitgliedern, Arbeitskollegen und sonstigen Menschen gefragt, mit denen ein engerer Kontakt gepflegt wurde. Der betrachtete Zeitraum orientiert sich dabei daran, ab wann der positive Fall seinerseits infektiös war, d.h. eine neue Ansteckung verursacht haben kann. Diese Zeitfenster werden individuell ermittelt.

Im zweiten Schritt werden dann die Kontaktpersonen befragt und nach den vom RKI vorgegebenen Kriterien kategorisiert. Kontaktpersonen der „Kategorie I“ werden vom Gesundheitsamt unter Quarantäne gestellt und zu einem geeigneten Zeitpunkt getestet. Zu den Kriterien für Kategorie I zählen beispielsweise 15 Minuten face-to-face Kontakt ohne Maske im infektiösen Zeitraum, das Leben in einem gemeinsamen Haushalt und anderes mehr.

Sofern die Testungen dieser Kategorie I-Personen positiv sein sollten, sind diese Menschen dann ihrerseits Corona-Fälle und lösen die nächste Welle von Kontaktpersonennachverfolgung aus, bis die Kette unterbrochen ist.

Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass das Gesundheitsamt erst tätig werden kann, wenn das positive Testergebnis vorliegt. Dann müssen mögliche Kontaktpersonen ermittelt werden und ggf. Listen mit Kontaktdaten angefordert werden. Es nimmt etwas Zeit in Anspruch, bis die Betroffenen erreicht werden und die Übermittlung von Daten stattgefunden hat. Das Gesundheitsamt arbeitet derzeit, verstärkt durch weiteres Personal aus der Landkreisverwaltung, weit über die üblichen Arbeitszeiten hinaus an der Kontaktpersonenrecherche. In jedem Fall kommt das Gesundheitsamt auf die Kontaktpersonen zu.

Detaillierte aktualisierte Fallzahlen werden morgen, Freitag den 25.9. mitgeteilt.